In den letzten drei Jahren haben wir in Workshops über 40 Feedbackgespräche live beobachtet oder im Nachhinein besprochen. Dieselben drei Muster tauchen immer wieder auf — unabhängig von Branche oder Hierarchiestufe.
Muster 1: Das Gespräch beginnt mit einer Entschuldigung
„Ich will jetzt nichts Schlimmes sagen, aber…" — sobald ein Feedbackgespräch mit einer Relativierung startet, hat die Gegenseite bereits gelernt, dass etwas Unangenehmes folgt, und schaltet auf Verteidigung. Die eigentliche Botschaft geht in der Anspannung unter.
Muster 2: Verhalten wird mit Charakter verwechselt
„Du bist immer so..." beschreibt eine Person, nicht eine Situation. Das lässt sich nicht ändern, ein konkretes Verhalten in einer konkreten Situation schon. Der Unterschied entscheidet, ob das Gespräch zu einer Diskussion über Identität wird oder zu einer über eine nächste Handlung.
Muster 3: Es gibt keine Nachfrage
Das Gespräch endet, sobald die Führungsperson ausgesprochen hat. Ohne die Frage „Wie siehst du das?" bleibt unklar, ob die Botschaft überhaupt angekommen ist — und ohne diese Klarheit wiederholt sich das Muster beim nächsten Mal.
Was wir im Workshop stattdessen üben
- Konkrete Situation statt allgemeiner Zuschreibung beschreiben
- Die eigene Wahrnehmung explizit als Wahrnehmung markieren
- Mit einer echten, offenen Frage abschliessen — und die Stille aushalten
Der Workshop „Schwierige Gespräche führen" übt genau diese drei Punkte anhand Ihrer eigenen Fälle, nicht anhand generischer Rollenspiele.